Aktuelle Stadtentwicklung

St.-Georg-Straße 5 • Ehemals Club Hawai   |   Schröderhaus Große Straße 37 • Lagergebäude und Wohnhaus mit Kontor

“Attraktive Innenstadt”

– so lautet der Titel gemäß dem 2018 von der Ingenieurplanung Wallenhorst vorgelegten Rahmenplan für das
Sanierungsvorhaben der Stadt Fürstenau
.

Im Folgenden einige Anmerkungen zu den Planungen.

Einleitend heißt es in dem genannten Rahmenplan: “Die Stadt Fürstenau ist geprägt durch einen gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern” und “der historische Stadtgrundriss aus dem 14. Jahrhundert ist auch heute noch sehr gut im Stadtbild ablesbar und erlebbar.” Es wird ferner festgestellt: “Leerstände sowie Mindernutzungen stellen in der Altstadt bereits seit Jahren ein offensichtliches städtebauliches Problem dar. Derzeit stehen über 20 Ladenlokale innerhalb der Altstadt leer.” Ziel soll sein, “die erforderlichen planerischen und organisatorischen Maßnahmen, wie z.B. die Sicherung historischer Gebäude und Emblems, die Wiederherstellung des historischen Stadtbildes, der Umbau und die Anpassung der öffentlichen Verkehrsflächen” zu ermöglichen. Die vorgelegte Rahmenplanung soll “inhaltliche Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung von Einzelmaßnahmen” sein.

Gemäß der vorgelegten Kosten- und Finanzierungsübersicht werden die Gesamtkosten mit 3,9 Mio € veranschlagt. In der ebenfalls vorgelegten Aufschlüsselung der Kosten sind für Erhaltung und Umgestaltung von Straßen und Plätzen 2,1 Mio € vorgesehen, für Maßnahmen zur Sicherung und Instandsetzung erhaltenswerter Gebäude, historischer Ensembles und baulicher Anlagen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung ca. 760.000 €.

27,5% sollen in den Gebäudebereich gehen und 72,5% in Straßen und Plätze. Die Folge davon wird sein, dass der Missstand bei den Gebäuden nicht beseitigt werden kann. Es ist sinnvoll und machbar, die Kosten für Straßen und Plätze deutlich zu reduzieren und dafür das Stadtbild prägende Gebäude und Ensembles stärker in den Blick zu nehmen.

Vier Beispiele lassen sich exemplifizieren.

1. Hohes Tor

Neben der Burg ist das erhaltene Hohe Tor das Merkmal der mittelalterlichen Stadt Fürstenau. Im Rahmen einer Tagung der Ems-Vechte-Stiftung im März 2018 ist der Bestand und das Gewordensein des einzig erhaltenen Stadttores aus der Gründungszeit der Stadt von Hausforschern, Dendrochronologen und dem Denkmalschutz des Kreises und des Landes intensiv untersucht worden. Diese Ergebnisse auszuwerten und daraus Schlussfolgerungen für Gestaltung und Nutzung des Gebäudes und seines Umfeldes zu ziehen und sie umzusetzen, könnte ein wesentliches Moment der Stadtsanierung sein. Die im genannten Plan des Wallenhorster Instituts gemachten Vorschläge bleiben jedoch sehr äußerlich bei Pflaster- und Platzgestaltung stehen.

2. Das Ensemble Schröderhaus an der Großen Straße 37

Dies Ensemble ist in zweierlei Hinsicht stadtprägend. Im 19. Jahrhundert befand sich hier die Postmeisterei. Bis zu 19 Pferde versorgten mit Fuhrwerken die Beförderung von Post und Personen zwischen Osnabrück und Lingen. Nach dem Bau von Eisenbahnen ging dies zurück. Der Besitzer richtete auf dem Gelände einen innerstädtischen Landhandel ein, der bis in unsere Zeit wirksam war. Das Anwesen steht zum Kauf. Es wäre angemessen, wenn die Stadt dies “Denkmal” innerhalb der Stadtsanierung finanziell so bedenkt, dass ein Käufer und Sanierer die Anlage einem stadtfördernden Zweck zuführen kann. Vorschläge dazu gibt es vom Denkmalsamt des Kreises.

3. Das Haus Schwedenstraße 26,

das zwar außerhalb des aktuellen Sanierungsbereichs liegt, gleichwohl in der erhaltenen einmaligen Struktur unbedingt erhalten bleiben sollte. Es steht geradezu klassisch für die mittelalterliche Lebens- und Wohnweise eines kleinen Fürstenauer Ackerbürgers

4. Das Ackerbürgerhaus St.-Georg-Straße 5,

ehemals Haus des Arztes Dorfmüller, der im 19. Jahrhundert in einem wissenschaftlichen Aufsatz sehr prägnant die Lebensweise und das Gesundheitswesen in Fürstenau beschrieben hat.