Schwagstorf – Kirchort und Gerichtsstätte

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Schwagstorf und Bippen sind die ältesten Kirchorte in der Samtgemeinde Fürstenau. Das Gebiet der Kirchengemeinde Schwagstorf umfasste die heutigen Ortschaften Schwagstorf, Hollenstede und Fürstenau, wobei Fürstenau selbst noch nicht existierte und nur durch die Bauernschaft Anten repäsentiert war. Fürstenau entstand erst kurz vor 1400 und erhielt dann auch eine eigene Kirche.

Die Bedeutung Schwagstorfs in früher Zeit zeigt sich vor allem auch darin, dass hier ein Gogericht ansässig war. Diese Gerichtsstätte umfasste die Kirchspiele Berge, Bippen, Merzen, Voltlage und Neuenkirchen. Seit 1334 waren die Grafen von Tecklenburg im Besitz des Gogerichts. Von daher ist es verständlich, dass diese mit Kampf reagierten, als die Bischöfe von Osnabrück durch Burgenbau im Bereich des heutigen Fürstenau von dem Gogerichtsbereich Besitz zu ergreifen versuchten. Ende des 14. Jahrhunderts wurde dabei der kurz zuvor entstandene Ort Fürstenau zerstört, war aber 1402 wieder aufgebaut. Bis 1972 war Schwagstorf selbstständig. Seit der Gebietsreform von 1972 ist der Ort Teil der Stadt Fürstenau.

Eine besondere Rolle spielte Schwagstorf in Folge der Beschlüsse des Westfälischen Friedens. Fürstenau wurde zu einem protestantischen Ort erklärt. Die Katholiken mussten sich nach Schwagstorf orientieren so wie Hollenstede das schon immer getan hatte. Aufgrund einer Gebietsreform 1931 wurden die zuvor selbstständigen Gemeinden Bedinghausen, Kellinghausen und Lütkeberge mit Schwagstorf zusammengelegt und 1944 entstand die Samtgemeinde Fürstenau-Land aus den Gemeinden Hollenstede, Schwagstorf und Settrup, aus heutiger Sicht ein Schritt auf die gegenwärtige Stadt Fürstenau hin.

Nicht unerwähnt bleiben sollte das Bestreben der Schwagstorfer, früh Standort einer Kirche zu sein. Der Weg dazu wird in der folgenden Sage beschrieben.

Als Standort für eine Kirche bestimmte man einen Platz in der Nähe des Hofes West in Hollenstede. Doch kaum war der Bau zur Hälfte fertiggestellt, da riss der Teufel sämtliche Mauern in einer Nacht bis auf den Grund nieder. Man begann den Bau aufs Neue, aber auch dieses Mal wurde er auf gleiche Weise zerstört. Jetzt glaubte man, dass Gott diese Stelle für die Kirche nicht haben wolle. Man beschloss sein Urteil zu erfragen. Man ließ einen Schwan von der Unglücksstelle fliegen und an der Stelle, wo er sich niederließ, entstand die Kirche – in Schwagstorf.

Soweit die Sage. Es dürfte aber nicht schwer fallen zu ahnen, wer das teuflische Werk vollbrachte.

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